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aktualisiert am: 02.02.2015

 
 


 

BERICHT VON DER
CLUBAUSFAHRT DES STEYR PUCH CLUB SALZBURG
RUND UM DEN NEUSIEDLERSEE
PANNONISCHE IMPRESSIONEN

03.10.-05.10.2014, Gols

 

Wie jedes Jahr, bekommen wir Salzburger Steyr Puch Club Mitglieder einen Veranstaltungskalender für Treffen, Clubabende und Ausfahrten zur vorzeitigen Planung. Für mich war klar, an der Fahrt rund um den Neusiedler See nimmst Du teil!
Nach einer längeren Anfahrt mit Zwischenstopp in Graßlfing, bei Heinz Liedl, waren meine Begleitung und ich pünktlich zum Abendessen am Ausgangspunkt für alle Aktivitäten, dem Hotel Birkenhof in Gols. Vor dem Abendessen aber gab es noch bei der Familie Gredinger einen "Museums"-Besuch: Der Chef persönlich zeigte einen großen Teil seiner Sammelleidenschaft. Fahrzeuge, auch ein 500D mit Saxomat, Zweiräder, Motorräder, Auszeichnungen, Pokale usw., alles in der ehemaligen Werkstätte.
Zurück beim Birkenhof trafen wir bekannte und neue Puch-Freunde. Das Essen war gut, die Gespräche spannend und erfrischend. Gernot Luke gab noch Empfehlungen für den nächsten Tag, der Fahrt rund um den Neusiedler See, pünktlich um 9 Uhr aufgetankt parat zu sein.

Die Anfahrt zur Grenzbrücke nach Andau ist eine wellige, geradlinige Allee, die geschnitzte und teils rostige Kunstgegenstände am Rand erkennen lässt. Eine klare Deutung war mir nicht möglich. An der Brücke angekommen, hatten sich schon blutdürstige Mücken parat gestellt, um die Besucher anständig zu ärgern. Die Brücke wurde 1956 als Fluchtweg von Ungarn in die westliche Welt genutzt. Der Graben ist die einzige Entwässerungsmöglichkeit des Neusiedler Sees, und wird zur Wasserstandregelung bei zu viel Regen genutzt. Er ist eingebettet in einen dichten Schilfgürtel, der bei unserem Aufenthalt gerade durch Ernte- und Säuberungsmaschinen bearbeitet wurde. Von einem Aussichtsturm hatte man einen tollen Blick auf das vorliegende Vogelschutzgebiet.

Der zweite Anlaufpunkt war die "Paradeiser"-("Tomaten") Zuchtanlage der Firma Sattler in Tadten. Einer der Geschäftsführer hielt eine aufschlussreich erklärende Ansprache über diesen Betrieb. Hier ging es um die Idee, das Umsetzen, die Verhandlungen mit Banken usw. Den ersten Geschmackseindruck haben wir uns durch Tomatenrispen im Karton bei der Einführung schon machen können. Das irre große Gewächshaus ist fast ganzjährig in Aktion. Beeindruckend waren die fleißigen Hummeln, die ausschließlich der Bestäubung der Blüten zuständig sind. Die Hummeln werden alle 4 Monate durch neue ersetzt. Geerntet werden die Früchte manuell. Der Versand geht an Großkunden aus der Gegend und auch in den Export - zum Beispiel Holland...

Trotz der guten Verköstigung mit den Paradeisern: Nächster Anlaufpunkt Grenzübergang bei Pamhagen und Mittagessen in Hegykö, Ungarn, im Restaurant Tornacos. Heinz Repka hatte vorher noch den bereits legendären Sektausschank auf einem Parkplatz unweit des Schlosses Esterhazy vorgeschlagen. Hier haben alle Teilnehmer noch mal zur Goldenen Hochzeit von Elfi und Heinz gratuliert.
Das Mittagessen war ortsüblich ungarisch geprägt, und wir durften auf die Empfehlung von Michael Repka eine zünftige Fischsuppe kosten.

Weiter ging es zum Esterhazy Schloss in Fertöd. Petrus meinte es gut mit uns, und es gab auch einigen Sonnenschein. Ein außerordentlich gut informierter Begleiter vom Schloss hat die einstündige Führung spannend gestaltet. Das Schloss wurde im 18. Jahrhundert in 22 Jahren gebaut und als Sommerresidenz benutzt. Auch Maria Theresia gab sich einmal die Ehre eines Aufenthalts. Unzählige Zimmer in mehreren Etagen hatten über die Jahrhunderte verschiedene Aufgaben. Bei Restaurationsarbeiten traten immer wieder unerwartete Wandmalereien und sonstige Seltenheiten auf. Besonders war die chinesische Kunst vertreten. Man konnte damals nicht so weit reisen und malte halt von Erzählungen sich die Wände mit der Ferne aus. Besondere Bedeutung für Konzerte haben zwei bestimmte Räume, die wegen ihrer Akustik jetzt noch von Solisten und Orchestern gern gewählt werden. Veranstaltungen gibt es meistens im Sommer. Josef Haydn hatte hier Jahre verbracht und etliche Stücke geschrieben, so zu sagen als Hauskomponist und Musiker.
Während der Kriege war das Schloss als Krankenhaus benutzt worden. Heute ist es staatlich, nur ein Urenkel des Fürsten bewohnt noch einige Räume.

Am Schloss-Eingang haben wir uns zum traditionellen Fototermin aufgestellt. Bis Heinz uns alle zusammengeflötet hatte, war nicht viel Zeit vergangen, denn die nächste Etappe stand schließlich mit dem Westufer und Durchfahrten von Rust und Purbach noch auf dem Programm. Es war dunkel als wir zum Heurigen in Gols eintrafen. Der Heurige hatte unsere Plätze schon vergeben, doch im gemütlichen Kellergewölbe wurden wir mit zwei Flaschen Wein entschädigt. Tisch und Stühle rücken hat dann auch noch allen Platz geboten. Attraktive Bedienungen sorgten für das leibliche Wohl.

Am Sonntagmorgen ging es von Gols aus in das Naturschutzgebiet Lange Lacke. Ein Nationalpark Guide hat die Gruppe grandios geführt und vielfältigste ornithologische Erklärungen gemacht. Die Vogelwelt ist beispiellos und nur durch die einzigartige Neusiedlersee-Landschaft möglich. Er ist der westlichste Steppensee Europas, liegt auf 115m Seehöhe über der Adria, ist 320 Quadratkilometer groß, davon sind 180 Quadratkilometer Schilffläche. Die Gegend wird von vielen Ornithologen aus der ganzen Welt zur Beobachtung und zu Studienzwecken genutzt.

Ausklang fand der Ausflug dann beim Mittagessen in der "Johannes Zeche" bei Illmitz. Wir, meine Begleitung Gitta und ich, bedanken uns bei Heinz und Gernot.

Martin Vormann

 

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